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Sehen Sie Techniken, Handwerker bei der Arbeit von 1950 bis heute


Die Baukunst vergangener Zeiten spricht uns heutige Menschen durch Ihre Natürlichkeit an, durch Ihre Würde, ihrer Ruhe, Ihrer Ausgewogenheit. Die liebevoll gestalteten Details an diesen Bauwerken zeugen vom Können der damaligen Handwerker. Geduldig setzten Sie Stein auf Stein. Fleiß, Geschicklichkeit und künstlerisches Empfinden reichten sich die Hände. So entstand ein harmonisches Ganzes. Der Handwerker jener Zeit, war unverzichtbarer Teil der menschlichen Gemeinschaft,  desen Denken und Fühlen in seiner Arbeit sichtbaren Ausdruck fand. Wo heute im Baugewerbe oft ökonomische Zwänge die Arbeitsvorgänge bestimmen, blieb früher dem Handwerker Zeit zum kreativen Einfühlen in die an Ihn gestellte Aufgabe.

Das Baumaterial wurde früher, wenn immer möglich, aus nächster Umgebung zur Nutzung gewonnen. Mit einfachen Mitteln wie Wagen oder Karren trugen die Arbeiter die nötigen Baustoffe zusammen. Eigenhändig wurden Steine behauen, Kalk gebrannt und gelöscht, Ziegelsteine geformt und gebrannt. So ergab sich eine unmittelbare Beziehung zu den Baustoffen. Holz, Stein, Kalk schenkten und schenken das Gefühl natürlicher Wärme. Zum Unterschied von Beton, Metallen und Kunststoffen. Das selbe gilt für die Farben. Hier die warmen und weichen Erdfarben, das warme Rot der Ziegelsteine, das weiche Weiß des Sumpfkalkputzes. Alle aus natürlichen Bestandteilen gewonnen, fügen sie sich auch am Bauwerk wieder harmonisch ein. Die Hektik unserer Zeit und das auf Umsatz und Gewinn ausgerichtete Denken hat viele Handwerker vergessen lassen wie früher gebaut wurde. Durch Spezialisierung und Massierung, hat der Einzelne das Gefühl zum Ganzen verloren. Viele machen sich jedoch wieder auf die Suche nach dem Alten und Natürlichen. Abseits der Hochkonjunktur haben einige dafür Sorge getragen, dass das alte Handwerk weiterlebt. Interessierten Handwerkern vermittelt wir in Kursen das nötige Wissen für eine fachgerechte Herstellung und Verwendung der alten Baumaterialen und deren Einsatz beim natürliche Bauen.

Wie die Bauleute früherer Zeiten verwenden wir nur nach alter Überlieferung hergestellten Sumpfkalk. Die aus dem Berg gebrochenen Kalksteine werden im Holzofen gebrannt, mit Wasser abgelöscht  und in speziellen Gruben gelagert. Je länger desto besser. Die Zuschlagstoffe; Sand, Steine und Lehm werden nach Gefühl mit dem Sumpfkalk zu einem Mörtel gemischt. Der Sand wird aus nächstgelegenen Gruben oder Flüssen geholt, und ungewaschen mit Lehmanteilen verwendet. So geben die örtlichen Materialien dem Bauwerk den landschaftsgebundenen Charakter. Sinnvolles, harmonisches Arbeiten setzt Ordnung auf dem Bauplatz voraus. Dem Handwerker wird dadurch Ärger erspart. Er kann sich in Ruhe ganz den Erfordernissen seines Auftrages widmen. Alle Baumaterialien werden übersichtlich gelagert und vor Verunreinigungen aller Art geschützt. Denn so schön ein junges Maispflänzchen auch aussieht, es gehört sicher nicht hierher. Frischer Kalkmörtel sollte durch Abhängen des Baues mit Jute vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Das Berieseln mit Wasser verhindert zu schnelles Austrocknen.

Das Quadermauerwerk gibt dem Bau durch Form und verschiedene künstlerische Behauungen das besondere Aussehen. Wie bei Domen und Kirchen des Mittelalters. Mauerwerke aus Bollen und Bruchsteinen bekommen ihr Kleid durch Kalkputze. Auf gleiche Weise wird das Ziegelmauerwerk vor Witterungseinflüssen geschützt. Im Fachwerkbau wird das Gebälk mit Bollen und Ziegelsteinen ausgemauert und meistens nur die einzelnen Felder verputzt. Durch das Farbenspiel der rot bemahlten Balken und dem weiß getünchten Kalkputz wird das Fachwerk mit Leben erfüllt. Bei Restaurationen wird von uns besonderen Wert darauf gelegt, dass alte noch gut erhaltene Putzreste bestehen bleiben. Unter den verschiedenen Putzschichten findet der beigezogenen Historiker oft Malereien oder andere bedeutsame Bestandteile des Ursprünglichen Bauwerkes. Diese zu erhalten ist bei Restaurationsarbeiten das Wichtigste. Nach den Weisungen der Historiker und Denkmalpfleger beginnen wir mit unser Arbeit. Faule und später aufgetragene Putzschichten werden sorgfältig mit Pickhämmerchen abgeschlagen, lose Fugenmörtel ausgekratzt und das Mauerwerk gründlich gereinigt. Sehr viel Fingerspitzengefühl ist erforderlich um die neue Mischung dem alten Mörtel anzugleichen. Viele Muster werden gemacht um den noch vorhandenen Putzresten in Farbe, Struktur und Wärme so nahe wie möglich zu kommen. Ist dies gelungen werden große Löcher und Unebenheiten mit starken grobgekörnten Mörtel zugestopft. Als Armierung werden an Stelle der früher benützten Klberhaare andere Naturfasern verwendet. 

Der Außenputz ist das Kleid des Bauwerkes. Dank seiner Obeflächengestaltung und Farbe fügt es sich harmonisch in die landschaftliche Umgebung ein. Ursprünglich wurden hauptsächlich einschichtige Glattputze angewandt. Die am Schluss vielfach mit Fresken bemalt wurden. Speziell ausgebildete Maler und Restauratoren malen und ergänzen diese auch heut noch mit Erdfarben in den frischen Kalkmörtel. In späteren Zeiten bekamen die Putze gröbere Strukturen. Fein abgekellte Putzte werden auf verschiedenartigste Weise mit der Malerbürste oder dem Sack dressiert. Durch das Beimischen von natürlichen Farbpigmenten gibt der Kalkanstrich dem Bau seinen eigenen weichen Ton. Bei den gröberen Deckputzen wie z.B. dem Besenwurf, dem Wormser, dem Kellenwurf fein oder grob, dem Stockputz, der Abkellung werden meistens farbige Zuschlagstoffe, wie Ziegelschrot oder Marmormehl beigemischt. Der Putzhandwerker kann mit dieser Art von Fertigputzen seine ganze künstlerische Begabung liebevoll zum Ausdruck bringen. Alte Bauwerke besitzen oftmals an den Ecken Quaderverbände. Hatten sie ursprünglich eine rein statische Aufgabe, erwiesen sie sich bald als schöne Gestaltungs- und Zierelemente. Häufig malte man sie auf den Putz oder sie wurden zum Verwechseln ähnlich mit Mörtel nachgebildet. Auch Gesimse waren und sind schöne und dekorative Elemente, die von den Handwerkern viel Können, Geschicklichkeit und Geduld erfordern.

So alt wie die Kalkputze sind auch die Kalkböden. Mit ihrer natürlichen Wärme, zählen sie zu den wichtigsten Bestandteilen vieler Bauwerke. Noch mehr als die Kalkputze sind die Kalkböden beinahe ganz vergessengegangen.

 
Ist eine Arbeit beendet, betrachten wir das gemeinsam Geschaffene. Dabei erfüllt uns tiefe Genugtuung, weil wir durch unsere Liebe zum Handwerk, unsere Freude am Schönen wieder ein Bauwerk gestalten und vollenden konnten, dass wie andere von uns Geschaffene, sich in die Natur einfügt und Spiegel unseres Lebens ist. Voller Mut und Zuversicht sehen wir unseren kommenden Aufgeben entgegen, im Bewusstsein wir Bauen in der Gegenwart für unsere Zukunft.

 
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